Borkenkäfer und Co.

Foto: Niedersächsische Landesforsten

Die Trockenheit hat zu einer Massenvermehrung der Borkenkäferarten Buchdrucker und Kupferstecher geführt. In den von der Dürre geschwächten Bäumen haben die Borkenkäfer ideale Bedingungen für die Vermehrung gefunden. Die befallenen Bäume sind vor allem Fichten.

Buchdrucker und Kupferstecher gehören zu den rindenbrütenden Borkenkäfern, d.h. ihre Brut entwickelt sich in der Rinde. Dabei wird die Bastschicht des Baumes zerstört und bei starkem Befall der Nährstofftransport unterbrochen. Zusätzlich werden durch die Altkäfer bei der Brutanlage Pilze eingetragen, welche den Absterbeprozess der befallenen Fichte beschleunigen. Das bedeutet, dass jede vom Buchdrucker und/oder Kupferstecher befallene Fichte abstirbt!

In normalen Jahren können sich gesunde Fichten gegen die Borkenkäfer wehren. Wenn der Käfer sich in die Rinde bohrt, sondert die Fichte Harz ab und tötet so den Käfer. Nur wenige Exemplare schaffen es dann, sich durch die Rinde zu bohren und sich dort zu vermehren. Im Dürresommer 2018 waren die Fichten jedoch so geschwächt, dass sie kein Harz produzieren konnten. Die Borkenkäfer konnten sich ungehindert einbohren und sich schnell vermehren. Zudem konnten sie wegen des warmen Frühjahrs sowie des langanhaltenden, sehr warmen Sommers vielerorts sogar eine dritte Generation produzieren. Ein Weibchen produziert über mehrere Generationen bis zu 200.000 Nachfahren pro Jahr. Das führt zu einer explosionsartigen Ausbreitung.

Abhilfe nur durch "saubere Waldwirtschaft"
Derzeit einzige wirkungsvolle Bekämpfung sind die Methoden der "sauberen Wirtschaft". Wichtig ist, dass befallene Bäume möglichst frühzeitig erkannt werden (an herausrieselndem Bohrmehl) und:

  • von Borkenkäfern befallene Bäume schnellstmöglich eingeschlagen werden (bevor die Käfer wieder ausfliegen und neuen Befall verursachen)
  • das Holz aus dem Wald abgefahren wird
  • bei Kupferstechergefährdung (ein kleinerer Borkenkäfer) auch Gipfelmaterial unschädlich gemacht wird (Häckseln, Verbrennen)

Linktipps:
Weitere Informationen zum Borkenkäfer gibt es z.B. im Borkenkäfer-Infoportal der LWF
Eindrucksvolle Reportage über die Borkenkäfer-Invasion im Südharz auf MDR: "Wettlauf mit dem Tod"

Neben den Borkenkäfern gibt es natürlich weitere Insektenarten, die durch den Klimawandel begünstigt zu Massenvermehrungen neigen und beispielsweise die Kiefer auf großer Fläche bedrohen können. Hierzu gehören Falter mit harmlos klingenden Namen wie Nonne, Forleule, Kiefernspanner und Kiefernspinner. Detaillierte Merkblätter zu diesen Forst-Schädlingen gibt es auf den Seiten des Landes Brandenburgs.

Geräumte Fichtenfläche im Harz. Sie wurden Opfer von Sturm, Dürre und Borkenkäfern. Foto: Niedersächsische Landesforsten