Ähnlich wie bei uns Menschen trifft die anhaltende Hitze und Dürre vor allem die Älteren. Laut den Ergebnissen der Waldzustandserhebung 2025 zeigen Bäume
über 60 Jahre überdurchschnittlich häufig Zeichen von Vitalitätsverlust in Form deutlicherer Kronenverlichtung. Nur noch etwa 20 Prozent der untersuchten Bäume
in Deutschland haben keinen Kronenschaden.
Dirk Schäfer, Bundesvorsitzender vom Bund Deutscher Forstleute, äußert sich besorgt: „Wir erleben eine Zeitenwende auch in unseren Wäldern. Die Klimaprognosen zeichnen ein klares Bild davon. Jahr für Jahr bestätigt das Wetter wieder, dass sich das Klima entlang der schlechteren Prognosen entwickelt. Die Folgen sind dramatisch: in 60-80 Jahren können möglicherweise nur noch wenige der uns wohlbekannten heimischen Baumarten in unserem Land leben. Rotbuchen, Stiel- und Traubeneiche, Fichten, sowie Kiefern, Birken und viele mehr kommen mit Sommertrockenheit und Hitze nicht mehr zurecht. Das würde unser Land dramatisch verändern und massive Auswirkungen auf unsere Gesellschaft wie auch die Natur entfalten!“
Jedes Jahr neue Hitze-Rekorde: das Klima wandelt sich rasant, wodurch die graduelle und vorausschauende Anpassung der Wälder eine außerordentlich schwere Herausforderung ist. Zukünftig sind katastrophale Zusammenbrüche des Waldes durch Sturm, Feuer und Schadorganismen zu erwarten. Großflächig entwaldete Gebiete wie im Harz, im Sauerland und im Thüringer Wald führen vor Augen, wie sich bundesweit Waldgebiete in den kommenden Jahren entwickeln könnten.
Der besorgniserregende Zustand der Wälder erfordert konsequentes Handeln „Försterinnen und Förster tragen seit Jahrhunderten Verantwortung für den Wald und haben es gelernt, über Jahrzehnte und Jahrhunderte in die Zukunft zu denken und zu planen. Die Langfristigkeit der Waldentwicklung in Verbindung mit der verbleibenden Unsicherheit der Prognosen macht die aktuelle Lage besonders herausfordernd.“ ergänzt Schäfer und führt weiter aus: „Die gegenwärtige Situation macht die Forstleute tief betroffen. Nicht nur wegen der mit den Klimawandelfolgen verbundenen erhöhten Arbeitsbelastung. Mehr noch wegen der Ohnmacht angesichts der Waldschäden.
Trotzdem gilt es, konsequent anzupacken. In den meisten Ländern gibt es bereits Konzepte zur Entwicklung klimaresilienter Wälder. Und es ist wichtig, jetzt in den Wald zu investieren. Denn es geht im Rahmen der Daseinsvorsorge um künftige Generationen. Auch unsere Kinder und Enkel brauchen stabile, vielfältige und leistungsfähige Wälder. Als Rohstoffquelle, Erholungsort oder Heimstätten der Artenvielfalt.“
Angesichts der Konzentration des Regierungshandelns der letzten Jahre auf Wirtschaftsförderung, Infrastruktur und Verteidigung ist aus Sicht des BDF der Schutz
von Klima und Umwelt zu kurz gekommen.
Pressemitteilung: Bund Deutscher Forstleute (BDF)






