(Bad Bederkesa) Wie kann Lernen im Wald ein selbstverständlicher Teil des Schulalltags werden? Mit dieser Leitfrage beschäftigte sich das niedersachsenweite Waldpädagogik-Treffen 2026, das vom 27. Februar bis 1. März von den Niedersächsischen Landesforsten veranstaltet wurde. Zertifizierte Waldpädagoginnen und -pädagogen sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Forst, Umweltbildung und Politik kamen im Evangelischen Bildungszentrum Bad Bederkesa zusammen, um sich auszutauschen, fortzubilden und Perspektiven für eine stärkere Vernetzung und Verankerung der Waldpädagogik in Schulen zu entwickeln.
„Draußen lernen fördert Konzentration, soziale Kompetenzen und nachhaltiges Denken – und dennoch findet es im Schulalltag noch zu selten statt“, lautete ein zentrales Fazit der Veranstaltung. Waldpädagogische Angebote erreichen derzeit nur einen Teil der Schülerinnen und Schüler in Niedersachsen. Das Treffen machte deutlich, welches Potenzial im regelmäßigen Lernen in und mit der Natur liegt.
Austausch zwischen Politik, Forst und Praxis
Zum Auftakt des Treffens beleuchteten Vertreterinnen und Vertreter aus Landespolitik, der Niedersächsischen Landesforsten und der Umweltbildung die Rolle der Waldpädagogik im Bildungssystem. Miriam Staudte, Niedersächsische Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, betonte die Bedeutung frühzeitiger Naturerfahrungen:
„Unsere Wälder sind lebendige Klassenzimmer, in denen Kinder und Jugendliche ökologische Zusammenhänge mit allen Sinnen erleben. Dies gelingt vor allem dann, wenn Waldpädagoginnen und -pädagogen ihnen den verantwortungsvollen Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen nahebringen. Im Landesauftrag gestalten auch die Niedersächsischen Landesforsten die waldbezogene Umweltbildung und stärken damit die Fähigkeit junger Menschen, ökologische, soziale und wirtschaftliche Zusammenhänge zu verstehen und zukunftsfähig zu handeln.“
Auch Klaus Jänich, Vizepräsident der Niedersächsischen Landesforsten, hob den Stellenwert des Waldes als Lernort hervor:
„Der Wald ist ein idealer außerschulischer Bildungsraum. Unsere Aufgabe ist es, diesen Raum qualitätsgesichert zu öffnen und gemeinsam mit den Fachkräften der Waldpädagogik Angebote zu schaffen, die Schulen konkret unterstützen.“
In einer anschließenden Talkrunde diskutierten Fachleute aus Praxis und Verwaltung, wie Umweltbildung im Wald besser mit schulischen Strukturen verzahnt werden kann.
Regionale Unterstützung
In seiner Ansprache unterstrich Landrat Thorsten Krüger die Bedeutung der Waldpädagogik für die Region:
„Gerade für junge Menschen ist es wichtig, den Wald und damit ihre Umwelt vor der eigenen Haustür kennenzulernen. Waldpädagogik stärkt nicht nur das Umweltbewusstsein, sondern auch die Verbindung zur Region.“
Die Bingo-Umweltstiftung Niedersachsen war mit ihrem Geschäftsführer Karsten Behr vor Ort vertreten. Die Stiftung fördert Schulen mit bis zu 3.000 Euro bei Besuchen außerschulischer Bildungsstätten und könnte damit künftig eine noch größere Rolle für die Waldpädagogikangebote spielen.
Vielfältige Workshops mit starkem Praxisbezug
Ein umfangreiches Fortbildungsprogramm bildete den Kern des Treffens. In Workshops und Exkursionen erhielten die Teilnehmenden praxisnahe Impulse für die Arbeit mit Schulklassen. Themen waren unter anderem Waldbau im Klimawandel, kreative und spielerische Lernformate, Escape-Angebote im Wald, Tier- und Naturvermittlung sowie das Feuermachen mit traditionellen Techniken.
Die Moderation der Veranstaltung übernahm Birte Schmetjen, die das Waldpädagogik-Treffen vor rund zwölf Jahren ins Leben gerufen und vor zwei Jahren an die heutigen Veranstalter, die Niedersächsischen Landesforsten, übergeben hatte.
Beitrag zur Bildung für nachhaltige Entwicklung
Das Waldpädagogik-Treffen 2026 machte deutlich, welchen wichtigen Beitrag Waldpädagogik zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) leistet. Rund 180 zertifizierte Fachkräfte der Waldpädagogik arbeiten in Niedersachsen kooperativ mit den Waldpädagogikzentren der Niedersächsischen Landesforsten zusammen. Ihr gemeinsames Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen sowie auch Erwachsenen Naturerfahrungen zu ermöglichen, die Selbstwirksamkeit, Verantwortungsbewusstsein und nachhaltiges Denken fördern – auch und gerade im schulischen Kontext.
Pressemitteilung: Niedersächsische Landesforsten / NLF






