(Hohenlockstedt / Wahlstedt) – Die aktuellen Winterzählungen in den Fledermausquartieren der Förstereien Schierenwald und Glashütte der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten belegen erneut den Erfolg des Fledermausschutzes im Landeswald. Sowohl die Zahl der überwinternden Tiere als auch die Vielfalt der nachgewiesenen Arten haben zugenommen. »Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass unsere naturnahe Waldwirtschaft in Kombination mit den richtigen baulichen Maßnahmen an den Überwinterungsquartieren einen wichtigen Beitrag zum langfristigen Schutz der Fledermäuse leistet«, erklärt Dr. Chris Freise, Direktor der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten.
In den Fledermausbunkern von Hohenlockstedt wurden bei der diesjährigen Kontrolle insgesamt 1.645 Fledermäuse gezählt – ein Zuwachs von 322 Individuen im Vergleich zum Vorjahr. Die Erfassung erfolgte durch Matthias Göttsche von der Faunistisch-Ökologischen Arbeitsgemeinschaft Schleswig-Holstein gemeinsam mit den Naturschutzfachleuten der Landesforsten. Nachgewiesen wurden Wasser-, Fransen-, Zwerg- und Breitflügelfledermaus sowie das Braune Langohr. »Die kontinuierlichen Winterkontrollen zeigen, dass Hohenlockstedt eines der bedeutendsten Winterquartiere für Fledermäuse im westlichen Schleswig-Holstein ist«, betont Göttsche, der als ausgewiesener Fledermausexperte für Schleswig-Holstein gilt und mit den Experten der Landesforsten das Monitoring seit 2019 in den Fledermausbunkern von Hohenlockstedt durchführt. Die dort gewonnenen Erkenntnisse seien zudem eine wertvolle Grundlage für Schutzmaßnahmen an anderen Standorten im Land. Auch die Winterquartiere bei Wahlstedt bestätigen den positiven Trend. Dort wurden in diesem Winter 352 Fledermausindividuen gezählt – 14 mehr als im Vorjahr. Neben Wasser-, Fransen- und Breitflügelfledermaus und Braunem Langohr konnten auch die sehr seltenen Arten Großes Mausohr, Bechstein-, Bart- und Teichfledermaus als Wintergäste nachgewiesen werden.
Für Direktor Freise ist diese Entwicklung eng mit der konsequent umgesetzten naturnahen Bewirtschaftung der Landeswälder verknüpft. Strukturreiche Bestände, der gezielte Erhalt von Alt- und Totholz, unterschiedliche Baumarten sowie störungsarme Rückzugsräume böten ideale Voraussetzungen für Jagd, Fortpflanzung und Überwinterung der nächtlichen Jäger im Landeswald. »Unsere naturnahe Waldwirtschaft verknüpft nachhaltige Holznutzung und echten, wirksamen Artenschutz. Davon profitieren nicht nur Fledermäuse, sondern zahlreiche weitere geschützte Tier- und Pflanzenarten«, so Freise.
Pressemitteilung: Schleswig-Holsteinische Landesforsten (AöR)






