Gesundheitsprogramm „Fit im Forst“ seit 2009 erfolgreich in den Landesforsten

Mitarbeitende im Forstamt Seesen treiben Sport während der Arbeitszeit

Foto: Niedersächsische Landesforsten / NLF Das Forstamts-Team nimmt einmal wöchentlich am Gesundheitssport teil. Physiotherapeutin Alena Rose (Bildmitte) trainiert Dienstag morgen rund 20 Forstamtsangehörige in der Sehusaschule in Seesen.

(Seesen) Raus aus dem Trainingsanzug - rein in die Schnittschutzhose: Geschlossen wechselt das Mitarbeiter-Team im Forstamt Seesen die Straße, um von der Sporthalle zum gegenüberliegenden Forstamtsgebäude zu gehen. Jeden Dienstagmorgen stehen eineinhalb Stunden Betriebssport auf dem Wochenarbeitsplan. Danach geht es raus in den Wald, ins Revier oder an den Schreibtisch. Die Niedersächsischen Landesforsten (NLF) bieten ihren Angehörigen ein maßgeschneidertes Gesundheitsprogramm, das vor Unfällen, Verletzungen oder Verschleiß schützen soll, kurz „Fit im Forst“ genannt. Seit 2009 gibt es das erfolgreiche Training schon. Sportwissenschaftlerinnen der Universität Göttingen haben es gemeinsam mit Betriebsärzten der NLF speziell für Menschen entwickelt, die im Wald arbeiten. Der Präventivsport hat das Ziel, den besonderen Belastungen entgegenzuwirken, die die Waldarbeit verursacht. Ob Forstwirtin oder Forstwirt, ob Auszubildender oder Forstamtsleitung - der 90-minütige Sport fördert die Gesundheit der Beschäftigten, stärkt den Team-Gedanken und ist ein beliebtes Zusammentreffen über alle Arbeitsbereiche hinweg.

 

Physiotherapeutin unterrichtet morgens gestandene Frauen und Männer in Turnschuhen, die anschließend in klobigen Sicherheitsstiefeln dicke Bäume fällen

 

Forstwirtinnen, Forstwirte und Forstwirtschaftsmeister, die im originären Aufgabenfeld der Waldarbeit eingesetzt werden, sind die Zielgruppe für „Fit im Forst“. Dazu zählen auch die Forstwirt-Auszubildenden. Von Anfang an lernen die angehenden Fachkräfte, wie wichtig Gesundheitsschutz in ihrem Beruf ist. Seit Anbeginn wird die Sportgruppe von der Physiotherapie-Praxis Anders aus Seesen betreut. Die Chefin Martina Anders legte den Grundstein und übergab an ihre Kollegin und Physiotherapeutin Alena Rose. Sie leitet den Dienstags-Kurs, der wöchentlich um 7 Uhr in der Sehusaschule startet. Sie weiß um die besondere Schwere der Waldarbeit und kennt die körperlichen Belastungen, denen Menschen in handwerklichen Berufen mit schweren oder lauten Geräten ausgesetzt sind. „Wir trainieren hier nicht in erster Linie die großen Muskeln, sondern stärken die beweglichen Körperteile wie Rücken, Gelenke, Schultern oder Knie. Außerdem verlangt die Arbeit im schwierigen Gelände gute Koordination, damit Stürze oder Ausrutscher vermieden werden“, zählt Alena Rose die Trainingsinhalte auf. Seit drei Jahren unterrichtet die ausgebildete Therapeutin die Gruppe, die aus rund 20 Personen besteht.

Forstwirt Markus Schweichel ist schon seit 2009 dabei. Sein Fazit nach 16 Jahren lautet: „Fit im Forst“ ist ein wohltuender Ausgleich zur Arbeit draußen bei Wind und Wetter. „Hier in der Turnhalle treffen sich einmal pro Woche alle Kolleginnen und Kollegen, die sonst in Kleingruppen weit verstreut in den Revieren arbeiten“, lobt der 54-jährige Fachmann für Waldpflege die kostenlose Betriebssportgruppe.

 

Auch Forstamtsleiter Michael Thätner ist von der Idee überzeugt: „Die Resonanz ist ungebrochen positiv, das zeigt die hohe Beteiligung, die Motivation sowie die gute Stimmung im Team. Unsere Trainerin holt jeden individuell ab und geht auf das jeweilige Fitnesslevel ein“, fasst der Forstwissenschaftler zusammen. Das Angebot stehe auch für Revierleiterinnen und Revierleiter sowie für das Büroteam offen, ergänzt Seesens Forstamtsleiter. Die Teilnahme dieser Berufsgruppe erfolge freiwillig und außerhalb der Arbeitszeit, so Thätner weiter. Die Niedersächsischen Landesforsten bezahlen die Trainer, die Hallenmiete und 60 Minuten der Arbeitszeit. Die Forstwirtinnen und Forstwirte bringen eine halbe Stunde Freizeit mit ein.

 

Sie werden weiterhin vom Sportinstitut der Universität Göttingen wissenschaftlich begleitet. Die Landesforsten entwickeln „Fit im Forst“ weiter und haben erst kürzlich das zertifizierte Gesundheitsprogramm evaluieren lassen. Das Forstamtsteam und die Physiotherapie-Praxis Anders sind seit 2009 dabei und freuen sich auf weitere Jahre gemeinsamen Betriebssports, der dem Körper und dem Betriebsklima guttut, so die einhellige Meinung.
 


Pressemitteilung: Niedersächsische Landesforsten / NLF