Olivenbäume für den deutschen Wald? Forstwirtschaft und Klimawandel – Konsequenzen aus dem Dürresommer 2018

24. Januar 2019

Foto von links nach rechts: Christoph Rullmann (SDW), Alain Paul (VDF), Gerald Dohme (DBV, Moderator), Georg Schirmbeck (DFWR

Nach der verheerenden Trockenheit des Sommers 2018 ist es auch im deutschen Wald und bei den Jungbäumen zu teilweisen erheblichen Ausfällen gekommen. Die damit verbundenen Vermögensverluste sind enorm. Durch die großen Mengen an Schadholz sind die Holzpreise „im Keller“. Besonders viele Kleinwaldbesitzer könnten die Motivation für ihre Waldbewirtschaftung verlieren. Bund und Länder sind daher gefordert, deutliche Zeichen der Ermutigung zu setzen. Die Diskussion um klimafeste Baumarten muss offen und ideologiefrei geführt werden. Auch ist die Wissenschaft mehr denn je zu der Frage gefordert, „welchen Wald wir brauchen“. Anders als in der Landwirtschaft ist das Pflanzen von Waldbäumen eine Entscheidung für ein oder mehrere Generationen. Das sind die Ergebnisse einer gemeinsamen Veranstaltung des Deutschen Forstwirtschaftsrates (DFWR) und des Deutschen Bauernverbandes (DBV) auf der Internationalen Grünen Woche (IGW).
 „Die letzten 15 Monate brachten Winter- und Herbststürme, immense Trockenheit und Borkenkäfer in einem Ausmaß, wie wir es noch nicht kannten“, fasste DFWR-Präsident Georg Schirmbeck die Situation
der deutschen Forstwirtschaft zusammen und verwies auf die damit verbundene prekäre Lage auf dem Holzmarkt. Aber nicht nur die Waldbesitzenden selbst haben mit Vermögensverlusten zu kämpfen, auch
die Forstbaumschulen, die das wichtige Pflanzgut für die folgende Waldgeneration erzeugen, leiden unter der Situation. Einerseits, weil auch sie trockenheitsbedingt nur wenig Pflanzen auf den Markt bringen konnten, andererseits, weil durch das trockene Wetter die Nachfrage seitens der Waldbewirtschafter gebremst war. 
In der Forstwirtschaft gilt es schon seit geraumer Zeit, Konsequenzen aus der zunehmenden Klimaerwärmung und der Häufung von Extremwetterlagen zu ziehen. Von daher waren sich die
Diskutanten darin einig, das Potenzial der gesamten Baumartenpalette ausschöpfen zu müssen. Georg Schirmbeck: „Anders als in der Landwirtschaft wirken sich im Wald Fehler bei der Pflanzenwahl über lange Zeit aus, die Waldbesitzenden brauchen also jetzt die Möglichkeit, Bäume zu pflanzen, die auch mit den künftigen Klimabedingungen zurechtkommen“. „Wenn es wärmer wird, kommt der Olivenbaum ohnehin in 1000 Jahren zu uns“, veranschaulichte VDF-Geschäftsführer Alain Paul die Situation.
  
Der Wald ist auch in der Jugend en vogue. Das versucht SDW-Bundesgeschäftsführer Christoph Rullmann zu nutzen, um die Folgen des Klimawandels für den Wald Kindern und Jugendlichen bewusst zu machen.
Die kommende Generation müsse den gesamtgesellschaftlichen Nutzen der Wälder erkennen und verinnerlichen, wofür „Klimaschutz auch vor unserer Haustüre“ gut ist.

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