Thüringens TOP-Wanderwege werden fit gemacht

19. Dezember 2018

Der Thüringer Drei-Türme-Weg bei Bad Berka gehört zu Deutschlands beliebtesten Kurzwanderwegen. Foto: Dr. Horst Sproßmann

Erfurt (hs): Der Qualität der Wanderwege im Freistaat wird in der vom Thüringer Wirtschaftsministerium (TMWWDG) verantworteten „Touristische Wanderwegekonzeption Thüringen 2025“ als besonders wichtig erachtet. Deshalb wurde vor wenigen Monaten die ThüringenForst-AöR mit der nachhaltigen Sicherung der touristischen Wanderwegeinfrastruktur im Wald und der Unterstützung der Orts- und Kreisebene bei konkreten Pflege- und Instandsetzungsmaßnahmen beauftragt.

Wie dies im Einzelnen aussehen kann, davon haben sich jetzt die Staatssekretäre sowohl des Thüringer Wirtschafts- wie auch des Landwirtschaftsministeriums vor Ort persönlich überzeugt. Gemeinsam mit ThüringenForst-Vertretern wurde der jüngst sanierte Teil des Thüringer Drei-Türme-Weges bei Bad Berka, einer von landesweit insgesamt 17 TOP-Wanderrouten, nicht nur begangen, sondern auch detailliert in Augenschein genommen. „Das Wanderwegenetz in Thüringen ist eine touristische Basisinfrastruktur, die professionell erhalten und weiterentwickelt werden muss“, sagte Thüringens Wirtschaftsstaatssekretärin Valentina Kerst. In den Kommunen hätten dafür allerdings teilweise die personellen und finanziellen Kapazitäten gefehlt. „Mit der Bündelung dieser Aufgabe bei ThüringenForst wollen wir einen Qualitätsschub für den Wandertourismus in Thüringen erreichen.“ Zur Finanzierung dieser Aufgabe stellt das Wirtschaftsministerium jährlich bis zu zwei Millionen Euro aus seinem Etat zur Verfügung.
„Der Slogan von ThüringenForst  „Wir machen den Wald. Für Sie“ ist gleichsam eine Philosophie. Seit einer Gesetzesänderung im Sommer dieses Jahres hat die Landesforstanstalt eine weitere hoheitliche Aufgabe: die Pflege und Unterhaltung des touristischen Wegenetzes“, stellte Dr. Klaus Sühl, Staatssekretär im Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft, fest. „Mit seiner Wanderwegekonzeption hat Thüringen ein Alleinstellungmerkmal: Es ist das einzige Bundesland mit einem landesweit abgestimmten Erholungswegenetz. Für diese Aufgabe konnten wir keinen besseren Partner als ThüringenForst finden. Der Thüringer Drei-Türme-Weg, einer der schönsten Kurzwanderwege Deutschland, ist hierfür mit der in 2018 erfolgten, erneuten Zertifizierung als Qualitätswanderweg ein gutes Beispiel“, so Sühl weiter.

Lichtraumprofil, Wegegrundkörper und Sitzbankbau
Konkret wurden am Thüringer Drei-Türme-Weg durch das Thüringer Forstamt Bad Berka seit Oktober 2018 rund 8,5 der insgesamt 26 Kilometer Wanderweg das Lichtraumprofil freigeschnitten, auf rund 2,5 Kilometer wurde mittels Baggereinsatz eine Wegeertüchtigung, teils mit Materialeinbau, durchgeführt und über ein Dutzend Sitzbänke und überdachte Sitzgruppen neu erstellt sowie weitere saniert. Die von Forstwirten durchgeführten Maßnahmen wurden in Abstimmung mit den regionalen Wanderwegewarten sowie Unterstützung der Waldbesitzer umgesetzt.  Insgesamt wurden allein in diesen Wegeabschnitt rund 33.000 € investiert, rund die Hälfte davon Lohnaufwendungen. Das Forstamt plant für 2019 weitere Maßnahmen am Kneipprundweg in Bad Berka sowie am Goethewanderweg zwischen Weimar und Großkochberg. Auch am Thüringer Drei-Türme-Weg werden weitere Streckenabschnitte im kommenden Jahr saniert.

Wanderland Thüringen wieder attraktiver machen

Morsche Bänke am Wegesrand, fehlende oder unklare Wegebeschilderung, ausgefahrene Wanderwege  - kein seltener Anblick auch bei hochfrequentierten, überregionalen Wanderwegen. Das touristische Wegenetz im Freistaat beträgt im und außerhalb des Waldes rund 17.000 Kilometer, von denen etwa nur ein Drittel in ordnungsgemäßen Zustand sind. Pro Jahr stellt die Landesregierung in den kommenden Jahren bis zu zwei Millionen Euro für Investitionen am künftigen Wanderwegenetz zur Verfügung. Mit diesem Geld werden nun die Arbeitsleistungen der ThüringenForst –AöR abgegolten. Beim Thüringer Drei-Türme-Weg bedeutete dies die Abstimmung mit insgesamt sechs verschiedenen Eigentümern, an dessen Ende deren Zustimmung und die Unterstützung des Sanierungsprojektes stand.

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