COP 24 in Kattowitz: Vereinte Nationen würdigen Rolle der Forstwirtschaft für den Klimaschutz

14. Dezember 2018

Im Rahmen der COP 24 in Kattowitz verabschiedeten die Delegationsleitungen der Teilnehmerländer gestern eine „Ministerielle Erklärung zu Wäldern für das Klima“ (The Ministerial Katowice Declaration on Forests for the Climate). Für Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrats, ist das genau die richtige Richtung: „Ich habe es schon öfter gesagt: Der Weg aus der Klimakrise führt in den Wald“, bekräftigte er heute (13.12) in Berlin.

Er fuhr fort: „Ich begrüße besonders die Würdigung des bewirtschafteten Waldes und seiner Holzprodukte als Schlüsselkomponenten der Kohlenstoffdioxidentfernung (carbon dioxide removal, CDR) aus der Atmosphäre. Zudem freue ich mich, dass die Erklärung das volle Spektrum der Multifunktionalität anerkennt, dass also auch wirtschaftliche und kulturelle Aspekte der Waldnutzung, wie zum Beispiel die Holzproduktion und das Aufrechterhalten historisch gewachsener Landschaftsstrukturen als Teil der Ökosystemdienstleistungen von Wäldern und ihrer Bewirtschafter gewürdigt wird“, betonte der DFWR-Präsident.

Schirmbeck ging explizit auf die drei Punkte der Erklärung ein.

Gemäß Punkt 1 der Erklärung soll der Beitrag der Wälder und Waldprodukte zum Klimaschutz aufrechterhalten und bis 2050 verbessert werden. Ebenso sollen Beiträge  von Städten, Regionen, Unternehmen und Investoren unterstützt werden (Punkt 3). Dazu Schirmbeck: „Hierfür sind die Waldbesitzenden und Forstleute wichtige Ansprechpartner. Wir repräsentieren in Deutschland die lokalen Gemeinschaften (local communities) gemäß Absatz 11 der Erklärung, wir setzen uns seit 300 Jahren gegen Entwaldung und Walddegradation ein und haben die deutsche Waldfläche in dieser Zeit verdoppelt. Wir sind verpflichtet, dies zugunsten gegenwärtiger und zukünftiger Generationen auch weiterhin zu tun. Hierzu ist es wichtig, dass den Waldbesitzenden und Forstleuten angesichts der guten Bilanz der vergangenen Jahrhunderte auch weiterhin vertraut wird, statt zu mehr Regulierung zu greifen!“

Punkt 2 der Erklärung spricht davon, die Wissenschaft dabei zu unterstützen, die Rolle von Wäldern als Kohlenstoffsenke und Reservoir besser zu erforschen und zu quantifizieren. „Ein sehr guter Ansatz“, so Schirmbeck. „Im aktuellen Wissenschaftsbetrieb werden Förderungen leider oft nur für den Zeitraum von wenigen Jahren bewilligt. Für die Erforschung der Senkenleistung von Wäldern ist das nicht ausreichend. Betrachtet man beispielsweise einen unbewirtschafteten Wald nur während seiner Wachstumsphase, könnte man auf die Idee kommen, er habe eine unbegrenzte Senkenfunktion. Dabei kehrt sich die Bilanz irgendwann um: Werden Bäume nicht entnommen, sondern sterben irgendwann an Altersschwäche und werden zersetzt, wird der Wald zur Kohlenstoffquelle.“ DFWR-Präsident Schirmbeck spricht sich für forstwissenschaftliche Langzeitversuchsflächen aus. „Langzeitversuchsflächen sind ein Markenzeichen deutscher Forstwirtschaft. Sie betrachten Jahrzehnte, bewahren uns dadurch vor solchen Fehlschlüssen und zeigen uns, dass nur ein bewirtschafteter Wald dauerhaft Senkenfunktion haben kann. Vor allem angesichts der Unabwägbarkeiten des Klimawandels benötigen wir mehr solcher Flächen!“

Zur Umsetzung der Erklärung empfiehlt Schirmbeck zwei politische Sofortmaßnahmen:

Zum einen muss die Rolle der Wälder als Kohlenstoffsenke im Klimaschutzbericht 2018 verankert werden, wie in der DFWR-Pressemitteilung 24/2018 dargestellt. „Stand jetzt wird der Wald ohne Not zur Quelle umgedeutet. Wenn die Bundesregierung den Bericht nicht korrigiert, wird das am Ende in Gesetzen verankert und so zur selbsterfüllenden Prophezeiung“, erklärte Schirmbeck.

Zum anderen sollten die Bundesmittel zur Unterstützung der Waldbesitzenden angesichts der Extremwetterereignisse dieses Jahres aufgestockt werden, wie im Bundesrat-Entschließungsantrag des Landes Rheinland-Pfalz gefordert, siehe DFWR-Pressemitteilung 26/2018. „Andernfalls kann die in Absatz 10 der Erklärung geforderte Anpassung der Wälder an den Klimawandel nicht gelingen“, schloss Schirmbeck.

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