Waldumbau für Stabilität und Klimaschutz

31. Oktober 2018

Neben dem Kampf gegen den Borkenkäfer mit dem Entfernen der vorrangig befallenen Fichten, beginnt nun bald im Herbst auch die Pflanzzeit und es werden hunderttausende neue Bäume in den Waldboden gesetzt. Der Bund Deutscher Forstleute (BDF) betont auch angesichts der Forderung des Bundespräsidenten nach mehr Klima- und Umweltschutz die immensen Kraftanstrengungen der Menschen im Wald. Schon seit Jahrzehnten werden die Monokulturen in struktur- und artenreiche Mischwälder umgebaut. Diese Bemühungen müssen angesichts des Klimawandels weiter verstärkt werden. Denn nur so bleibt der Wald für alle erhalten. Als Wertstofflieferant, als Hort der biologischen Vielfalt und Ort der Erholung. Das kostet jedoch Geld und benötigt vor allem mehr Personal!

Am vergangenen Sonntag wurde in Erfurt der Deutsche Umweltpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) verliehen. Der höchstdotierte Preis dieser Art in Europa. Mehr als 1.000 Natur- und UmweltschützerInnen und Vertreter aus Wissenschaft und Politik aus ganz Deutschland waren anwesend, als Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Preise übergab. Darunter auch einige Forstleute. In seiner Festrede forderte Steinmeier Politiker, Bürger und Unternehmer dazu auf, die untrüglichen Anzeichen des Klimawandels ernst zu nehmen. Durch die lang anhaltende Dürreperiode dieses Sommers seien die international schon lange diskutierten Themen Trockenheit und Wasser auch "an den Abendbrottischen der Deutschen" angekommen. Umwelt- und Klimaschutz gingen jeden Einzelnen etwas an "und jeder Einzelne kann hier etwas tun".

Forstleute und WaldeigentümerInnen sind schon seit Jahrzehnten dabei, die geerbten und historisch begründeten Monokulturen aus Fichten und Kiefern in stabilere, strukturreichere und vielfältigere Mischwälder umzuwandeln. Dieser Waldumbau zeigt schon gute Erfolge: Nach den Ergebnisreihen der bisherigen Bundeswaldinventuren nimmt der Nadelholzanteil weiter ab und der Laubholzanteil steigt kontinuierlich.

Das Engagement der letzten Jahre um den Waldumbau muss nun angesichts der neuen Erkenntnisse zum schneller voranschreitenden Klimawandel und der Befürchtung, dass ein Jahr wie 2018 zukünftig als Normalzustand gelten könnte, deutlich verstärkt werden! Dennoch bleibt das Fördern von Mischbaumarten im Rahmen der Waldpflege und das Neupflanzen angesichts der großen Flächen eine Generationenaufgabe. „Denn der Wald ist kein Acker, wo man jedes Jahr eine andere Kultur anbauen und ausprobieren kann. Im Wald trifft man Entscheidungen für Jahrhunderte“, erläutert der BDF Bundesvorsitzende Ulrich Dohle.

Für die nachfolgenden Generationen und die wichtigen Leistungen des Waldes als Wertstofflieferant – Holzverwendung ist auch Klimaschutz pur – als Lebensraum für Tiere und Pflanzen sowie als Erholungsort und Speicher von CO2, muss die Politik in Bund und Ländern mehr Geld in die Hand nehmen. Für mehr Forschung, mehr Personal und für die Unterstützung der WaldeigentümerInnen. „Nun rächt sich, dass in den vergangenen 30 Jahren die Hälfte des Forstpersonals in Deutschland abgebaut worden ist. Das war alles andere als nachhaltig! Der notwendige Waldumbau kann mit den offenbar schneller um sich greifenden negativen Auswirkungen des Klimawandels auf unsere Wälder nicht mehr Schritt halten. Diese lohnende Herausforderung und Generationenaufgabe ist nur mit deutlich mehr Forstpersonal leistbar! Unsere Forderung lautet daher: 10.000 Forstleute mehr für Deutschlands Wälder!“, so der klare Appell des BDF Bundesvorsitzenden Ulrich Dohle an die Politik.

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