Borkenkäferjagd mit Drohne geht weiter

26. Oktober 2018

Das Forschungsprojekt zur Früherkennung von Borkenkäferbefall in Thüringens Wäldern wird fortgesetzt. Bei Erfolg rückt die nahezu insektizidfreie Waldbewirtschaftung bei ThüringenForst in greifbare Nähe

Die Früherkennung von Borkenkäferbefall mittels Drohnen – ThüringenForst setzt die Forschungsarbeiten fort. Ein praxistauglicher Drohneneinsatz könnte die Waldbewirtschaftung in Teilen revolutionieren. Foto und Montage: Daniel Tröger

Erfurt (hs): Die praxistaugliche Früherkennung von Borkenkäferbefall an Fichten mittels Drohnen, die mit einer Infrarotkamera ausgerüstet sind, ist ThüringenForst bis dato nicht gelungen. Eine geringe Erkennungsrate, eine hohe Fehlerquote und ungenaue Lageangaben der befallenen Bäume sind die wichtigsten Ursachen. Gleichwohl werden die Forschungsarbeiten fortgeführt, da technische wie verfahrensseitige Verbesserungsmöglichkeiten gegeben sind. ThüringenForst hatte zusammen mit Forschungsexperten aus Sachsen, Niedersachsen und Baden-Württemberg mit einer Spezialdrohne der thüringischen Firma Rucon in den letzten zwei Jahren entsprechende Freilandversuche unternommen.

Die spektralen Eigenschaften von gesunden und befallen Bäumen unterscheiden sich. Dieses kann mit Infrarottechnik auf Luftbildern nachgewiesen werden. „Drohnen eignen sich für diesen Nachweis, da sie mit geringer Flughöhe von unter 100 Metern betrieben werden können“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Die erfolgreiche Borkenkäfersuche per Drohne würde Förster und Waldbesitzer entscheidend bei der Borkenkäferbekämpfung unterstützen. Das frühzeitige Erkennen vom Borkenkäfer befallener Bäume könnte das Einschlagen, Rücken und den Transport aus dem Wald maßgeblich beschleunigen und vielfach auch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln überflüssig machen. Da ThüringenForst die nahezu insektizidfreie Waldbewirtschaftung anstrebt, werden die Versuche fortgeführt. ThüringenForst experimentiert zusätzlich am Drohneneinsatz zum Erkennen von Schädlingen an anderen Baumarten wie z. B. Esche und Eiche, der Holzvorratsermittlung wie auch zur Durchführung von Waldinventuren.

www.thueringenforst.de