Eine Milliarde - auch für den Wald

01. August 2018

Der Bund Deutscher Forstleute (BDF) fordert von Bund und Ländern eine Milliarde Euro für den Wald. Der Wald leidet dieser Tage besonders unter der Hitze. Hunderte Hektar brannten bereits oder brennen noch. 500 Millionen junge Pflanzen, die laut Deutschem Forstwirtschaftsrat (DFWR) jedes Jahr im deutschen Wald gepflanzt werden, gehen dieses Jahr kaputt, weil sie keine Wasserversorgung haben. Eine ganze neue Waldgeneration vertrocknet einfach und die Bemühungen von Forstleuten und WaldeigentümerInnen für einen neuen stabilen, klimafesten und gemischten Wald sind dahin. Und die nächste Dürrewelle kommt bestimmt. Der Wald und die pflegliche Forstwirtschaft sind Klimaschutz pur. Das muss erhalten bleiben. Die WaldeigentümerInnen, besonders die vielen Millionen KleinstflächenbesitzerInnen, müssen in der Lage sein, fachlich gut beraten, ihren Wald zu bewirtschaften. Das geht nur mit direkter Förderung. Zudem braucht es mehr Geld für die Forschung zu zukünftig geeigneten Baumarten und einen noch schnelleren Waldumbau in stabile Mischwälder.

Der Wald in Deutschland bindet jedes Jahr 14 Prozent des CO2-Ausstoßes der Deutschen - noch! Dies kann er nur tun, wenn er stabil bleibt und Waldbestände sich nicht plötzlich durch Feuer, Borkenkäfer oder Raupenfraß auflösen. Der Wald ist ein echter Klimakönner, wenn er mit vielen Baumarten gemischt ist, vielfältig auch in seiner Struktur. Zusätzlich kann jede Menge CO2 im Wertstoff Holz und in langfristigen Produkten gespeichert werden.
„Die qualitativ hochwertige und nachhaltige Forstwirtschaft sichert unseren Wald und seine klimaschützendeWirkung. Er ist für unsere natürlichen Lebensgrundlagen systemrelevant! Nicht nur in den großen Forstverwaltungen sondern auch im Privatwald. Gerade auf den überwiegend kleinen Flächen der WaldeigentümerInnen, die keinen großen Ertrag abwerfen, ist die Beratung durch Forstleute umso wichtiger“, so der Bundesvorsitzende des BDF, Ulrich Dohle.
Neben der direkten Förderung von strukturell benachteiligten WaldeigentümerInnen, benötigt die Forstwirtschaft auch mehr Geld für bessere Technik für die Katastrophenvorsorge. Aber auch für Forschung zu geeigneteren Baumarten für die künftig zunehmenden Trocken- und Hitzeperioden. Für eine qualitativ hochwertige Forstwirtschaft, für Beratung, für den Waldschutz und neue Aufforstungen wird auch mehr Personal gebraucht.
„Eine Milliarde Euro sind gerade mal die Kosten der Pflanzen und der Pflanzung der 500 Millionen Bäumchen, die dieses Jahr in deutschen Wäldern vertrocknet sind. Also 2 Euro pro Pflanze. Und auch im nächsten Jahr sollen erneut wieder so viele neue Bäume gepflanzt werden“, so Dohle.
Der Generationenvertrag der Forstwirtschaft, die nachhaltig für den Walderhalt und einen guten Zustand unserer Wälder sorgt, darf nicht aufgekündigt werden und bedarf auch des steten Engagements der Politik. Da sind eine Milliarde gut investiert. Auch in den Klimaschutz.

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