Thüringens heißeste Arbeitsplätze

31. Juli 2018

36 Grad und immer heißer: Nicht nur die schwere Schutzausrüstung, auch die belastende körperliche Arbeit mit der Motorsäge macht bei den derzeitigen Temperaturen die Waldarbeit zu einem „ganz harten Job“. Foto: Dr. Horst Sproßmann

Nicht nur Landwirte und Straßenbauer haben derzeit einen „heißen“ Job. Auch Forstwirte bei der Waldarbeit. Denn ihre Tätigkeit bedingt das Tragen einer schweren Schutzausrüstung und das Arbeiten mit einer Motorsäge.

Kaum ein Beruf ist so gefährlich wie die Waldarbeit. Insbesondere das Fällen der Bäume ist unfallträchtig. Aber nicht nur das: Die ganzjährige Holzernte setzt Forstwirten allen witterungsbedingten Extremtemperaturen aus. Der diesjährige rekordverdächtige Hitzesommer lässt deshalb die rund 300 in der Holzernte tätigen Forstwirte der Thüringer Landesforstanstalt in diesen Tagen während der Waldarbeit kräftig stöhnen. Denn wer Holz macht, der muss eine vollständige Arbeitsschutzbekleidung tragen. Neben dem Schutzhelm mit Ohr- und Gesichtsschutz ist dies eine Schutzjacke, Handschuhe, eine armierte Schnittschutzhose und trittstabile Schnittschutzschuhe mit Stahlkappen. Da kommen schnell sieben Kilogramm Gewicht allein für die Schutzausrüstung zusammen. Zusätzlich verursacht der Werkzeuggurt mit Kluppe, Maßband und Kettenschärfwerkzeug zusätzliche Pfunde. Hinzu kommen rund fünf Kilogramm Gewicht der Motorsäge, weitere fünf Kilogramm für den Benzin-Öl-Kombikanister. Auch Spalthammer  und Fällkeile muss der Forstwirt zumindest zum Fällort tragen – im Zweifelsfall liegt dieser am Steilhang. Doch damit nicht genug: Mit dem Einsatz der Motorsäge stehen die Forstwirte oft genug in ihrer eigenen Abgaswolke. Bei Temperaturen über 30 Grad Celsius kein Zuckerschlecken.

„Den derzeit temperaturbedingt schwierigen Arbeitsbedingungen für die Forstwirte in der Holzernte versuchen wir durch betriebliche Maßnahmen entgegenzusteuern“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Die Verlagerung der Arbeitsstunden in die sehr frühen Morgenstunden etwa, die Erhöhung der Zahl hitzebedingter Kurzpausen oder die Begrenzung der körperlich anstrengenden Holzerntearbeiten auf den Vormittag. Zusätzlich gehen Empfehlungen an die Forstwirte, Wechselbekleidung bereitzuhalten, auf größere, kreislaufbelastende Mahlzeiten zu verzichten und stetig ausreichende Mengen Wasser dem Körper zuzuführen. „Die Arbeitssicherheit bei der Waldarbeit steht aber auch bei hochsommerlichen Temperaturen immer im Vordergrund“, so Gebhardt. Besser haben es da die Forstmaschinenführer in ihren modernen Harvestern und Forwardern  – sie verrichten die Arbeit in geschützten, vollklimatisierten Fahrerkabinen.

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