Kastanienminiermotte wieder im Vormarsch

05. Juli 2018

Auch in diesem Jahr setzt der Schädling den Kastanien bereits Anfang Juli zu. Bundesweit sind große braune Stellen auf den Blättern zu entdecken. Nur, wo seit Jahren kräftig im Herbst Laub gesammelt wird, ist der Befall noch geringer.

Miniergänge der Kastanienminiermotte. Foto: SDW

Seit zwei Jahrzehnten werden die Kastanien durch die Kastanienminiermotte in ihrer Vitalität beeinträchtigt. Dieser Schädling ist ein aggressiver, winzig kleiner Schmetterling, eine Motte, die aus dem Balkan eingewandert ist und sich hier ohne natürlichen Gegenspieler ungehemmt vermehren konnte. Durch die Miniermotte verlieren die Kastanien seit Jahren ihre Blätter bereits im Spätsommer. Die durch zahllose Fraßstellen in den Blättern verminderte Photosynthese und die so verkürzte Vegetationszeit führen dazu, dass die geschwächten Bäume anfälliger gegen Pilze, Bakterien und anderen Schädlinge werden. 

Besonders gefährlich für die Kastanien ist das Bakterium namens Pseudomonas syringae, das die Kastanien stark schädigt. Das Bakterium verstopft die Leitungsbahnen und macht den Wasser- und Nährstofftransport unmöglich. Betroffen ist die Hälfte aller Kastanien bundesweit, sowohl junge als auch alte Bäume. Manche Städte, wie zum Beispiel Krefeld, Duisburg, Viersen und Essen haben bereits große Ausfälle zu beklagen. Erkennbar ist der Befall durch blutende Stellen am Stamm, ein teilweises Absterben der Kronen oder eine dunkelbraune bis schwarze Verfärbung unter der Rinde sowie Stamm- und Astrisse.

Leider gibt es immer noch keine einsetzbaren Gegenmittel. Allein das gewissenhafte Laubsammeln und Verbrennen kann die Überlebenschance der Bäume erhöhen, da der Schädling in den Blättern überwintert.  Deshalb heißt es wieder rund den Aktionstag am 11. November, je nach Stand des Laubabfalles, das Laub vollständig zu sammeln und anschließend zur Verbrennung zu bringen. „In Gegenden, in denen seit Jahren das Kastanienlaub konsequent gesammelt wird, sehen die Kastanien viel besser aus“, stellt Christoph Rullmann, SDW-Bundesgeschäftsführer fest, „von den Kommunen erhoffen wir uns weiterhin so gute Unterstützung.“

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