Mit aller Kraft in den Klimawandel

05. April 2018

Forstwirt Hubert Hollweck mit Kollegen und den Forstwirtlehrlingen - für die fachgerechte Pflanzung geht es auf die Knie. Foto: BaySF

Der Klimawandel ist in aller Munde. Daran kann auch der sehr späte Märzwinter nichts ändern. Für die Forstwirtschaft war er ein Segen. Nicht nur das Holzrücken war plötzlich unproblematisch möglich, für die Entwicklung des gefürchteten Borkenkäfers sind die permanenten Wechsel um den Gefrierpunkt voraussichtlich eher eine Bremse, für die Pflanzarbeiten im Frühjahr ist der Boden nach den reichlichen Niederschlägen bestens durchfeuchtet. So können mit aller Macht die für den Klimawandel so notwendigen Mischbaumarten eingebracht werden. Tanne, Buche, Eiche und Douglasie sind die Eckpfeiler, auf die die Bayerischen Staatsforsten für die Zukunft setzen. Auf rund 50 ha Borkenkäferschadflächen aus dem letzten Sommer und Herbst werden sie gerade rund um Burglengenfeld verteilt. Der Problembaumart Fichte hat der Borkenkäfer infolge der letztjährigen Trockenheit vielfach den Garaus gemacht.

Forstbetriebsleiter Thomas Verron besucht derzeit die Pflanzrotten und schaut nach dem Rechten. Pflanzenqualität, saubere Pflanztechnik und rationeller Pflanzungsfortschritt in einem engen Pflanzzeitfenster sind die Hauptaugenmerke. Deshalb müssen alle zur Verfügung stehenden Hände im März und April das gewaltige Pflanzpensum leisten. Bis zur Frühsommertrockenheit im Mai müssen sämtliche Pflanzen in den Boden. Nur mit voller Anstrengung ist die Vorsorge mit den notwendigen Veränderungen im Waldumbau Richtung Klimawandel zu schaffen. Es gilt die gesamte klimatolerante Palette an Mischbaumarten je nach Belichtungsverhältnissen über die gesamte Betriebsfläche im Mosaik zu verteilen. Auf dieses heute gesetzte Gerüst muss sich der Wald in den nächsten rund 100 Jahren behaupten.

Verron weiß, dass hier alle seine Revierleiter und Forstwirte an einem Strang ziehen. Schließlich soll sich die nächste Menschengeneration auf dieses Werk der Förster und Waldarbeiter verlassen können. „Da tragen wir heute eine entscheidende Verantwortung für die Zukunft“, so Verron. „Schließlich haben auch die Altvorderen uns einen intakten Wald hinterlassen.“

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