Bayerische Förster auf den Spuren der Biathlon-Weltmeister

15. Februar 2018

Foto: Bayersiche Staatsforsten

Eine zwanzigköpfige bayerische Mannschaft machte sich Ende Januar auf den Weg nach Südtirol, um an der Jubiläumsveranstaltung der „Europäischen Forstlichen Nordischen Skiwettkämpfe (EFNS)“ teilzunehmen. Bereits zum 50. Mal wurden die Wettkämpfe im Forstbiathlon ausgetragen. Für eine einmalige Stimmung sorgten über 1200 Teilnehmer im Weltcupstadion von Antholz.

An dem Ort, wo eine Woche zuvor noch die Biathlon Weltcupathleten um die Plätze kämpften, gastierten nun Forstfrauen und -männer aus ganz Europa. Das Antholzer Tal bot eine Woche lang eine traumhafte Kulisse für sportliche Wettkämpfe, den fachlichen Austausch und das Treffen alter und neuer Freunde. Trotz aller sportlichen Anstrengung zauberte das einzigartige Erlebnis und die Atmosphäre den Teilnehmern stets ein Lächeln ins Gesicht.

Beim Jubiläumslauf am Dienstag über 30 oder 50 Kilometer genossen die Teilnehmer das herrliche Panorama der Dolomiten ohne Zeitnahme. Zusätzlich wies auf den Strecken der Tour de Ski zwischen Cortina d’Ampezzo und Toblach auf jedem Kilometer ein Holzschild auf die Wettkampforte der vergangenen 50 Jahre hin.

Der Auftakt in die Wettkämpfe war das Rennen in Freier Technik. Nachdem am Mittwochvormittag noch Probeschüsse abgegeben wurden, ging es ab Mittag auf die Wettkampfstrecke. Die Jugendlichen und Damen legten zweimal eine Runde von 2,7 Kilometer zurück. Für die Herren standen insgesamt 10 Kilometer auf dem Programm. Nach der ersten Runde galt es einen Stopp am Schießstand einzulegen. Mit einem Biathlon-Kleinkalibergewehr mussten 5 Schuss auf die 50 Meter entfernten Scheiben abgegeben werden. Dazu wurde stehend angestrichen auf die 11,5 cm große Scheiben geschossen. Für nicht getroffene Scheiben musste jeweils eine 150 Meter lange Strafrunde absolviert werden. Besonders glänzen konnten in diesem Rennen Ferdl Bär (Allgäu) und Karlheinz Bredl (Bayer. Wald), die sich in ihrer Altersklasse den Sieg sicherten.

Am Donnerstag folgte das Rennen in der Klassischen Technik. Auf den gleichen Strecken wurde erneut um die Plätze gekämpft, wobei stets der Spaß im Vordergrund steht und nach dem Motto „Dabei sein ist alles“ gestartet wird. In Klassischer Technik konnte erneut Ferdl Bär mit einem dritten Platz überzeugen.
Einen fulminanten sportlichen Abschluss bildeten die Staffelwettkämpfe am Freitag. Insgesamt standen 250 Staffeln an dem Start. Damenstaffeln bestehen jeweils aus drei Läuferinnen, wobei die erste Läuferin in der klassischen Technik starten muss. Die Herren treten mit vier Läufern an, zwei in Klassischer und zwei in Freier Technik. Von den insgesamt fünf Bayerischen Staffeln wurde unter anderem ein 4. Platz in der Wertung über 50 Jahre und ein 22. Platz in der Klasse unter 50 Jahre erreicht.

Neben den sportlichen Herausforderungen stand wie immer auch die fachliche und kulturelle Präsentation des Gastgebers auf dem Programm. Auf verschiedenen Exkursionen konnte man am Anfang der Woche einen Einblick in die Südtiroler Forstwelt erlangen. Weitere Exkursionen konzentrierten sich auf holzverarbeitende Betriebe, eine Schaukäserei und das Südtiroler Archäologiemuseum. Förster und Unternehmer Erwin Thoma zeigte bei einem interessanten Abendvortrag einen Blick auf die Wälder sowie die Verarbeitung und Bedeutung des Holzes.

Den Abschluss der Jubiläumswoche bildete die feierliche Siegerehrung am Freitagabend. Mit dem Ende der 50. Ausgabe fiel zugleich der Startschuss für das nächste Jahr. Im Jahr 2019 gastieren die Wettkämpfe das erste Mal im Bayerischen Wald. Die Veranstaltung wird vom 10. bis 16. Februar 2019 ausgetragen. Hierfür erfolgte die feierliche Übergabe der EFNS-Fahne an die bayerische Delegation mit dem OK-Präsidenten Herbert Unnasch, seinem Stellvertreter Hermann Kastl und bayerischen Sportlern.
Den Organisatoren ist bewusst, dass nach den großartigen Wettkämpfen in Antholz nun gewaltige Aufgaben auf sie warten. Trotzdem freuen sie sich, eine große EFNS-Familie im Aberland zwischen Zwiesel, Bodenmais und Bayerisch Eisenstein begrüßen zu dürfen.

Bayern und besonders die Region Bayerischer Wald wird sich von seiner schönsten Seite zeigen. Ein erfahrenes Team um Wettkampfleiter Sepp Schneider garantiert auch eine internationale sportliche Präsentation, so dass man neben tatkräftiger Unterstützung auch mit vielen Teilnehmern insbesondere aus Bayern und ganz Europa rechnet.

Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.efns2019.de/ und https://www.efns.eu/  

www.baysf.de