Sachsenforst schafft elf neue Reviere im Landeswald

31. Januar 2018

Falk Unger ist der Leiter des Revieres Torfhaus im Forstbezirk Eibenstock, eines von elf neuen Revieren im Landeswald von Sachsenforst. (Foto: Christin Leuschner)

Seit diesem Jahr wird der Landeswald im Erzgebirge und Vogtland durch elf zusätzliche Reviere bereichert. Durch die zusätzlichen Reviere verkleinert sich die zu betreuende Waldfläche für alle Landeswald-Reviere der Forstbezirke. Damit können die Revierleiter von Sachsenforst den steigenden Anforderungen im Landeswald gerecht werden. Nunmehr wird der Landeswald in insgesamt 118 Revieren betreut.

„Erstmals seit der politischen Wende und entgegen dem bundesweiten Trend werden die Reviere im Landeswald verkleinert“, freut sich Landesforstpräsident Prof. Dr. Hubert Braun, der Geschäftsführer von Sachsenforst. „Zusammen mit den neuen Revierleitern können wir die Qualität der Waldpflege und insbesondere des dringend notwendigen Waldumbaus deutlich erhöhen.“ Der Waldumbau ist das größte Naturschutzprojekt in Sachsen. Mit dem Waldumbau wird der Struktur- und Artenreichtum der Wälder erhöht, um den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen. „Waldumbau heißt, Vielfalt zu schaffen“, so Braun. 

Auch die neuen Revierleiter werden dazu beitragen, dass jedes Jahr etwa 1.300 Hektar einheitlicher Reinbestände im Landeswald zu struktur- und artenreichen Mischwäldern „umgebaut“ werden. Dazu müssen jährlich aber nicht nur etwa sechs Millionen Bäume gepflanzt, sondern auch vor übermäßigem Wildverbiss bewahrt und gezielt in ihrem Wachstum gesteuert werden. Die Entwicklung stabiler und anpassungsfähiger Zukunftswälder ist eine langfristige und anspruchsvolle Aufgabe.

Für den erfolgreichen Waldumbau dürfen die historisch hohen Holzvorräte im sächsischen Wald aber nicht weiter ansteigen. Denn nach den Ergebnissen der aktuellen Bundeswaldinventur befinden sich diese auf einem Rekordniveau – zu keiner Zeit in der über 300-jährigen Geschichte der nachhaltigen Forstwirtschaft waren die Holzvorräte in den Wäldern Sachsens höher. Tendenz steigend: Gegenwärtig werden nur etwa zwei Drittel der Holzzuwächse eines Jahres im Landeswald nachhaltig genutzt, so dass immer mehr Holz im Wald steht.

Sehr dichte, zunehmend alte Reinbestände sind anfällig gegenüber Stürmen und Insektenbefall, und lassen unter ihrem geschlossenen Kronendach keine neue Waldgeneration heranwachsen. Um schwere Schäden, wie sie zuletzt die Stürme „Friederike“ und „Herwart“ hinterlassen haben, in der Zukunft zu verhindern, wird Sachsenforst den ökologisch notwendigen Holzeinschlag im Landeswald in den kommenden Jahren von 1,2 auf 1,4 bis 1,6 Millionen Kubikmeter pro Jahr steigern. 

Einer der Leiter der neuen Reviere ist Falk Unger. Er ist für das neue Revier Torfhaus im Forstbezirk Eibenstock verantwortlich. Vorher war er als Holzlogistiker in der Forstbezirkszentrale tätig. „Ich freue mich sehr auf die neuen Aufgaben. Ein eigenes Revier im Forstbezirk Eibenstock zu leiten, war immer ein großer Wunsch von mir. Bereits mein Großvater und Vater waren ebenfalls Revierförster. Ich bin in dem Wald groß geworden, welchen ich jetzt betreuen darf.“ Den neuen Aufgaben sieht Falk Unger mit Spannung entgegen. „Wir müssen für die nachhaltige Pflege und Entwicklung des Waldes die hohen Holzvorräte abbauen.“

Weitere Informationen finden Sie unter www.sachsenforst.de.