Vanille: Aus heimischen Wäldern statt exotischen Pflanzen

23. Dezember 2017

Leckere Weihnachtsplätzchen mit Vanillin aus Durchforstungsholz (Foto: Daniela Tröger)

Die Weihnachtsbäckerei ist seit geraumer Zeit in vollem Gange, der Verbrauch an Vanillin als Aromastoff ist entsprechend häufig. Was viele nicht wissen: Vanillin als industriell hergestellter Lebensmittelzusatz wird größtenteils aus Holz gewonnen. Genauer aus Lignin, einem wichtigen Holzbestandteil, der als Nebenprodukt bei der Papiergewinnung anfällt. Chemikern gelang es vor über 100 Jahren, aus dem reichen Geschmacksprofil des Lignins das Aroma der Vanilleschote nachzuahmen.

„Lignin fällt in großen Mengen bei der Zellstoffherstellung an. Zellstoff ist der Ausgangsstoff für die Papierproduktion“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Rund 160.000 Kubikmeter Nadel-Industrieholz aus der Waldpflege stellt die Landesforstanstalt jährlich der Papier- und Zellstoffindustrie zur Verfügung. Aus dem dabei anfallenden Lignin könnten 5.000 Tonnen Vanillin gewonnen werden. Dies entspricht rund 5 Mrd. Päckchen Vanillin-Zucker.

Die Herstellung von Vanillin aus der exotischen Vanilleschote ist hingegen ausgesprochen aufwendig und deshalb teuer und im industriellen Maßstab nicht darstellbar.

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