DFWR fordert von der Bundesregierung Fördermaßnahmen für klimastabile Wälder

08. November 2017

Bonn/Berlin 07.11.2017: Aus Anlass der Weltklimakonferenz COP23 und der laufenden Koalitionsverhandlungen fordert der Spitzenverband der deutschen Forstwirtschaft eine Änderung der bisherigen Forstpolitik. Die künftige Bundesregierung müsse anerkennen, dass der Klimawandel in Deutschland angekommen sei.

Der Auftritt der Forstwirtschaft in Deutschland auf der COP23 will mit dem Motto "Let's stop Climate Change! Sustain Forests - the resource of future!" auf die Rolle der Wälder im Klimawandel hinweisen (Foto: S. Roth/FiD).

„Die Häufung und Verschärfung von Winterungsextremen wie Hitze, Trockenheit und Stürmen bedeuten eine große Gefahr für die deutschen Wälder. Der Klimawandel bedroht den Lebensraum Wald und damit auch die gesamte Biodiversität des Ökosystems. Dies hat nicht nur schwerwiegende Folgen für die Natur, auch die Versorgung der Wirtschaft mit dem nachwachsenden Rohstoff Holz gerät unter Druck“, erklärte Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates (DFWR). Bäume seien ortsfest und sehr langlebig. Sie könnten sich nicht kurzfristig an die neuen klimatischen Bedingungen anpassen und schon gar nicht fliehen, betonte Schirmbeck.

Die Staatengemeinschaft hat sich bei der COP 21 in Paris zur Einhaltung des Zwei-Grad-Ziels verpflichtet. Dies begrüßt die deutsche Forstwirtschaft ausdrücklich und fordert dies auch ein. „Die Einhaltung des Zwei-Grad-Ziels ist für unsere Waldbewirtschaftung von existentieller Bedeutung. Jetzt müssen die notwendigen Schritte eingeleitet werden, damit das Ziel noch eingehalten werden kann. Selbst bei einem moderaten Temperaturanstieg von unter 2 Grad Celsius wird das Risiko für viele Baumarten deutlich steigen. Schädlingsbefall, Schäden durch Witterungsextreme und nachlassende Wuchskraft sind schon heute große Herausforderungen. Der Wald darf kein Opfer des Klimawandels werden“, sagte der DFWR-Präsident.

Mit Blick auf die laufenden Koalitionsgespräche in Berlin fordert der DFWR eine massive Stärkung der Forstwirtschaft und Forstpolitik. Gerade jetzt sei diese Unterstützung notwendig, denn der Wald sei mit den Weltmeeren der wichtigste Kohlenstoffspeicher. „Die stoffliche und energetische Verwendung von Holz und die Substitution energieintensiver Rohstoffe tragen im erheblichen Maße zum Klimaschutz bei. Diese hervorragenden Klimaschutzleistungen werden erst durch die nachhaltige Waldbewirtschaftung ermöglicht. Der Klimawandel zwingt uns Forstleute zum Handeln. Damit unsere Wälder fit für die Zukunft werden, muss das Risiko minimiert und verteilt werden. Stabile und klimatisch angepasste Baumartenmischungen sind hier die vorausschauende Lösung der Forstleute und Waldbesitzer. Doch um diese Leistungen für die Gesellschaft erfüllen zu können, braucht die Forstwirtschaft wirkungsvolle finanzielle und auch personelle Hilfe“, so DFWR-Präsident Schirmbeck. „Für den standortgerechten Waldumbau sind jetzt hohe Investitionen sowie die Erarbeitung von Anpassungsstrategien auf der Grundlage gesicherter forstwissenschaftlicher Erkenntnisse notwendig. Hierfür bedarf es einer Aufstockung der Fördermittel des Bundes und der Länder, um Maßnahmen zu fördern, die der Anpassung an den Klimawandel dienen und die Ökosystemleistungen des Waldes erhalten“, so Georg Schirmbeck. Auch für die notwendigen Anpassungen der Wald- und Holzwirtschaft müssen Fördermittel bereitgestellt werden, um auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse ein langfristig angelegtes, koordiniertes und umfassendes nationales Waldforschungsprogramm zu entwickeln. Dieses Forschungsprogramm liefert wichtige Beiträge zur Erreichung von Klimaschutz- und Biodiversitätsschutzzielen, fördert die Innovation und Wettbewerbsfähigkeit der Forst- und Holzwirtschaft und sichert dadurch Beschäftigung im ländlichen Raum. Gleichzeitig sichert es die Nutzung des Waldes als Erholungsraum und trägt somit zur Gesundheit der Bevölkerung bei.

Hintergrundinformationen zum Thema „Wald und Klimaschutz“ unter:
http://cop23.german-forestry.com