Förstertipps gegen Wildschweine im Garten

27. Oktober 2017

Sind die Ackerfluren abgeerntet, ziehen sich die Wildsauen in den Wald zurück. Gelegentliche Ausflüge in Gärten, Parks und Friedhöfe kommen allerdings vor – mit oft empfindlichen finanziellen Folgen für die Eigentümer. Foto: Dr. Horst Sproßmann

Wildschweine dringen auf Nahrungssuche immer häufiger in feld- und waldnahe Gartenanlagen ein. Dort verursachen sie bisweilen erhebliche Schäden. Zerwühlte Komposthaufen, aufgegrabene Rasenflächen, zerstörte Kleinteiche oder gefressene Gemüse- und Obstvorräte. Da Hausgärten gemäß Thüringer Jagdgesetz zu den befriedeten Bezirken gehören, besteht keine Schadensersatzpflicht des Jagdausübungsberechtigten. Der Eigentümer bleibt auf den Kosten zur Beseitigung der Schäden selbst sitzen. Doch der kann das Schadensrisiko mindern, indem er in der Forstwirtschaft bewährte Maßnahmen zur Abwehr von Wildschäden berücksichtigt, wie die Thüringer Landesforstanstalt empfiehlt.

Keine Speiseabfälle und keine Müllsäcke offen im Garten liegen lassen
„Wichtig ist, keine Speiseabfälle offen im Garten liegen zu lassen. Auch Müllsäcke sollten unter Verschluss gehalten werden. Wird dies nicht rigoros berücksichtigt, helfen auch noch so aufwendige Abwehrmaßnahmen nicht“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Auch sollten die Tiere keinesfalls aktiv gefüttert werden, auch nicht bei geschlossener Schneedecke oder bei Bodenfrost. Wildschweine finden als Allesfresser ganzjährig in Wald und Feld genug Nahrung. Ein relativ sicherer Schutz vor den nachtaktiven, scheinbar stets hungrigen Tieren, bieten stabile Gartenzäune. Da sich Wildschweine problemlos mit ihrem Rüssel in den Boden eingraben und sodann Zäune hochdrücken und damit unterwandern können, sind Verstärkungsmaßnahmen erforderlich: Zäune sollten über einen Betonsockel verfügen oder zumindest mit einem Erdanker oder einer Stahlstange zwischen den Zaunpfosten gegen das Hochstemmen verstärkt werden. Ist kein Betonsockel herstellbar, kann der Zaun alternativ etwa 40 cm tief eingegraben oder nach außen hin flach auf dem Boden liegend mit stabilen Erdnägeln befestigt werden. Da die Tiere, was die bis zu 150 kg schweren, eher plump wirkenden Schwarzkittel nicht vermuten lassen, sehr gut springen können, muss der Zaun mindestens 1,50 Meter hoch sein.

Sich keinesfalls einem flüchtenden Tier in den Weg stellen
Sollte einmal ein Gartenbesitzer das Borstenvieh „in flagranti“ erwischen, warnt Gebhardt vor Heldentaten.  Wildschweine sind in Stresssituationen ausgesprochen robust im Umgang mit Mensch und Tier, wie auch schon so mancher Haus- aber auch Jagdhund schmerzhaft erfahren musste.  Wer sich flüchtenden Wildschweinen in den Weg stellt, erleidet schlimmstenfalls tödliche Verletzungen. Problemlos können ausgewachsene Wildschweine mit ihrem starken Kiefer Knochen durchtrennen oder mit ihren Eckzähnen schwerste Fleisch- und Organverletzungen verursachen.

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