Höfken: Naturnahe Forstwirtschaft ist ein Garant für Wertschöpfung, Biodiversität und Klimaschutzleistungen des Waldes

29. September 2017

Foto: ©Landesforsten RLP/Markus Hoffmann

„Eine naturnahe Forstwirtschaft ist im waldreichen Bundesland Rheinland-Pfalz ein Garant für Wertschöpfung, Biodiversität sowie Klimaschutzleistungen des Waldes“, sagte Umweltministerin Ulrike Höfken heute auf dem internationalen Kongress der europäischen Forstleute in Budenheim.

Unter dem Motto „Forstwirtschaft im Wandel“ haben die Union Europäischer Forstleute, der Bundes- und Landesverband des Bundes Deutscher Forstleute, die Fédération Européene des Communes Forestiéres (FECOF) und Landesforsten Rheinland-Pfalz den Kongress gemeinsam ausgerichtet.
„Das Aufgabenspektrum der Forstwirtschaft hat sich innerhalb der letzten Jahrzehnte deutlich erweitert: Forstleute werden heute mit großen Herausforderungen, wie etwa dem Klimawandel und dem Erhalt der Biodiversität, konfrontiert“, so Höfken. 73 Prozent der Waldbäume in Rheinland-Pfalz seien geschädigt – die Hauptursache dafür gehe auf das Konto des Klimawandels, führte die Ministerin an. „Der Wald wird durch Wetterextreme und Luftschadstoffe belastet. Gleichzeitig leistet die Forstwirtschaft  einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz. Denn Holz bindet über lange Zeiträume klimaschädliches Kohlenstoffdioxid“, erklärte Höfken.
Als Baustoff ersetze der nachwachsende Rohstoff Holz klimabelastende Materialien wie Beton, Stahl oder Aluminium. Der Energieverbrauch bei der Herstellung von Zement sei etwa viermal so hoch wie bei Holz, der von Stahl betrage sogar das Zwanzigfache. „Bauen mit Holz leistet also einen zentralen Beitrag zur Erreichung unserer Klimaschutzziele, sodass wir diesen Bereich in Rheinland-Pfalz stärken wollen“, betonte Höfken. „Die Forst- und Holzbranche trägt mit einem Umsatz von 9,8 Milliarden Euro jährlich zur Wertschöpfung bei – besonders in ländlich geprägten Regionen von Rheinland-Pfalz – und sichert alleine rund 51.000 Arbeitsplätze im Land. Unter dem Dach einer naturnahen und multifunktionalen Waldbewirtschaftung entwickeln wir artenreiche, mehrstufige und kahlschlagsfreie Wälder“, erläuterte Höfken. Dies sei der Schlüssel, um langfristig alle Waldfunktionen in Einklang zu halten. Der Leitgedanke der Multifunktionalität der Wälder sichere den Schutz heimischer Tier- und Pflanzenarten, stelle den Rohstoff Holz bereit und öffne zugleich den Wald als Erholungs- und Bildungsraum für Bürgerinnen und Bürger, führte die Ministerin an. Ein Beleg für die nachhaltige Forstwirtschaft im Land: „Der gesamte Staatswald und große Teile des Kommunal- und Privatwaldes sind nach internationalen Standards zertifiziert“, erklärte die Forstministerin und bedankte sich bei den Forstleuten für ihr Engagement und die tägliche Umsetzung dieser Leitgedanken in den Regionen des Landes.

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