Wer wird Waldkanzler_in?

04. August 2017

Der Bund Deutscher Forstleute (BDF) fordert die Politik auf, Farbe zu bekennen. Für den Wald und die Forstleute. Dem Wald kommt eine hohe Bedeutung für die Gesellschaft zu. Er ist Klimaschützer, Hort der Vielfalt und Quelle des sauberen und nachwachsenden Werkstoffs Holz. Gleichzeitig bietet er Einkommen für ganze Regionen und ist wichtiger Bildungsort. Der Wald ist aber auch in Bedrängnis. Er leidet unter dem Klimawandel und ist zahlreichen Einzelinteressen ausgesetzt. Der Wald braucht eine ganzheitliche Strategie und darf nicht länger Zankapfel verschiedener Ressorts sein. Der BDF legt daher für die künftige Bundesregierung ein Forderungspapier vor, dass Richtschnur für einen zukunftsfähigen Umgang mit dem Ökosystem Wald ist, das immerhin über 30 Prozent Deutschlands einnimmt.

Am 24. September sind Bundestagswahlen. Dabei wird auch entschieden, wer Waldkanzler oder Waldkanzlerin wird. Die neue Bundesregierung hat es in der Hand, die Weichen für den Wald und die Forstleute richtig zu stellen.
Der BDF als Vertretung der Forstleute hat daher unter dem Motto „Wald für alle“ Forderungen an eine neue Bundesregierung formuliert.
„Wir treten dafür ein, dass die besondere Gemeinwohlverpflichtung für öffentliche Wälder als Daseinsvorsorge im Bundeswaldgesetz geregelt wird. Auch künftig sollen private und kommunale WaldeigentünerInnen die Möglichkeit haben, sich durch staatliche Forstver-waltungen betreuen zu lassen – so sie das wünschen. Hinsichtlich verschiedener, teilweise widerstreitender Strategien für den Wald benötigen wir eine interministerielle Arbeitsgruppe, die die verschiedenen Ziele kongruent formuliert. Die Klimaschutzleistungen einer nachhaltigen Waldnutzung müssen gesetzlich gewürdigt werden. Der Wald als Bildungsort muss weiter ausgebaut werden. Wir benötigen neue Berufsbilder und Weiterbildungsmöglichkeiten. Als zentrale Schnittstelle für den Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse zu politischen Entscheidungen und zur Umsetzung in die Praxis benötigt Deutschland ein Bundesamt für den Wald (BfW)“, erläutert Ulrich Dohle, Bundesvorsitzender des BDF.
„Das sind nur einige Punkte unserer Forderungen an eine zukünftige Bundesregierung als Bausteine für einen Koalitionsvertrag. Der Wald hat es verdient und verdammt nötig, stärker in den Fokus genommen und gefördert zu werden“, so Dohle weiter.
Forstleute und WaldeigentümerInnen machen seit einiger Zeit vieles richtig, wie wichtige Erhebungen zum Waldzustand und zur Vielfalt in Wäldern zeigen. „Die Welt braucht Wald“ wird allerorten gefordert, von Politik und Gesellschaft gern unterschrieben. International wird richtigerweise schnell viel Geld dafür bereitgestellt. Die vorbildliche einheimische nachhaltige Forstwirtschaft wird jedoch ausgeblendet und unnötig vielen Konflikten ausgesetzt, die von immer weniger Forst-personal auf der Fläche nicht mehr gemanagt werden können.
Hier muss ein Umdenken einsetzen, beginnend bei den personellen Ressourcen des Bundes und seinen nachgeordneten Bereichen.
„Ein wichtiges Signal in die Branche und für das grüne Drittel des Landes kann die Benennung des zuständigen Ressorts mit dem Namen ‚Bundesministerium für … und Forsten‘ sein“, so Dohle abschließend.

Das Forderungspapier und konkrete Fragen an CDU und SPD – als potentielle WaldkanzlerIn-Kandidaten - nebst Antworten, finden Sie unter www.bdf-online.de.