Wald, Baum und Holz zur Rede gestellt

30. November 2018

In Thüringens Wäldern ist es im Herbst schwierig, auf einen „grünen Zweig zu kommen“. Foto: Daniela Tröger

Erst auf den zweiten Blick und umso erstaunter nimmt man zur Kenntnis, wieviel Redewendungen sich um Wald, Holz und Bäume ranken

Erfurt (hs): „Wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es heraus“ dürfte das anschaulichste Beispiel für Redewendungen mit Bezug zum Wald, zu Bäumen und zu Holz sein. Doch mit dieser einzelnen Redewendung kommt man „auf keinen grünen Zweig“. Das Gegenteil ist nämlich der Fall, sieht man doch „den Wald vor lauter Bäumen nicht“ und vermutet allzu schnell, sich „auf dem Holzweg zu befinden“. „Ohne vom Hölzchen auf das Stöckchen kommen zu wollen“, es gibt Dutzende solcher, oftmals heiteren linguistischen Idiome, die nicht „von Pappe sind“. Nicht alle sind „astrein“ und man sollte wohlweislich nicht an dem „Ast sägen, auf dem man sitzt“ Mit zu wenigen Beispielen kommt man dagegen „auf keinen grünen Ast“. Ergo – eine kleine Auswahl: Etwa mit „Klopf auf Holz“, was nicht nur für Zimmerleute gilt. Auch Motorsägenkünstler sind nicht etwa „alle aus einem Holz geschnitzt“, ebenso wenig benehmen sich Förster „wie die Axt im Walde“. Oder beeindruckt es den Jäger, der oft genug „von etwas Wind bekommt“, dass es „die Eiche nicht kümmert, wenn sich die Wildsau an ihr reibt“? Natürlich nicht! Der „Apfel fällt nicht weit vom Stamm“ ist eine ähnlich häufige Redewendung- nicht nur unter Obstbauern, wobei Heimwerker tatsächlich oft „dicke Bretter bohren“ und Comedians sich hoffentlich „einen Ast lachen“, andernfalls ist die Pointe schwach. Und wie sieht der Förster oder Waldbesitzer derartige Idiome: Entspannt – und geht „mit wachsamen Holzauge“ einfach in den Wald „um bei Eichen zu weichen, und Buchen zu suchen“. Für diesen Personenkreis, der beileibe nicht „aus grobem Holz geschnitzt“ ist, schon gar nicht ein „Holzkopf“ oder „Dünnbrettbohrer“ ist, gilt: Ohne „Süssholz zu raspeln“, aber diese biologischen Wortverbindungen zeigen nur die Verbundenheit der Deutschen mit ihrem Wald. Erst beim erholsamen Spaziergang durch den Wald haben viele „das Brett vorm Kopf“ abgelegt, können nur dann lustvoll wie ein „Trittbrettfahrer“ „durch den Wald brettern“ und bei frischer, gesunder Waldluft weiteren Wald-, Baum- und Holz-Redewendungen „auf den Leim gehen“.

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