Wald & Deutschland

Das größte Waldgebiet Deutschlands - der Pfälzer Wald (Foto: T. Wiehle)

Völlig natürliche, vom Menschen nicht beeinflusste Waldökosysteme (sog. Primärwald) gibt es in Deutschland seit langer Zeit nicht mehr. Menschliche Einflüsse – wie z. B. Rodung, Waldweide, Streunutzung, Holznutzung, Jagd, Entwässerung, Luftverunreinigungen – haben die biologische Vielfalt der Wälder geprägt. Die heutigen Waldbilder sind das Ergebnis der waldbaulichen Entscheidungen unserer Vorväter aufgrund der Bedürfnisse ihrer Zeit. Deutschland hat nach den Ergebnissen der Bundeswaldinventur 2012 eine Waldfläche von ca. 11,4 Mio. Hektar (1 ha = 10.000 m2); das sind 32 % der Landfläche. In der Summe hat die Waldfläche in den letzten Dekaden geringfügig zugenommen. Die gesamte Waldfläche ist in ihrem Bestand durch die Waldgesetze des Bundes und Länder geschützt. Etwa 77% der heutigen Wälder existieren seit mindestens 200 Jahren. 36% der Wälder weisen eine sehr naturnahe oder eine naturnahe Zusammensetzung der Baumarten auf.

Baumartenverteilung
Seit ca. drei Jahrzehnten arbeitet die Forstwirtschaft verstärkt nach den Grundsätzen der naturnahen Waldbewirtschaftung. Ein Kernelement ist dabei der Umbau von reinen Nadelwaldbeständen in standortgerechte Laub- bzw. Mischwaldbestände. Die Ergebnisse der Bundeswaldinventur 2012 zeigen:

Der Anteil an Laubbäumen steigt. Aktuell haben sie einen Anteil von 42%. Die flächenmäßig wichtigsten Laubbäume sind Buche (15%) und Eiche (10 %) gefolgt von Birke (ca. 4%), Erle, Esche und Ahorn (mit jeweils ca. 2%).

Der Anteil der Nadelbäume geht zurück: Zwischen 2002 und 2012 sank er um 267.000 Hektar (ca. 4%) auf 58 %. Hiervon besonders betroffen ist die Fichte.

Gleichwohl ist die Fichte aktuell mit knapp 2,8 Mio. Hektar (25% der Waldfläche) immer noch die häufigste Baumart in Deutschland. Zweithäufigste Baumart ist die Kiefer mit 2,5 Mio. Hektar (22%).

Laub- und Mischwälder haben in Deutschland mit 72% erreicht. Durch den Klimawandel könnte sich dieser Trend – in regional unterschiedlicher Ausprägung – weiter fortsetzen. Unter den Hauptbaumarten in Deutschland gilt die Fichte als besonders anfällig gegenüber dem Klimawandel.

Aktuell hat die Waldfläche mit alten Bäumen zugenommen. Knapp ein Viertel des Waldes (24%) ist älter als 100 Jahre, 14% sogar älter als 120 Jahre.

Buchenverjüngung. Foto: F. Bombosch

Waldverjüngung
Die Naturverjüngung ist mit 85% Flächenanteil die überwiegende Verjüngungsart. Pflanzungen machen nur 13% aus. Saat und Stockausschlag sind mit rund 2% selten.

Holzvorräte der Wälder
Die Holzvorräte in den Wäldern haben den bisher höchsten Stand seit Beginn einer geregelten Forstwirtschaft erreicht. Der durchschnittliche Holzvorrat (Holz mit einem Durchmesser über 7 cm) liegt bei ca. 336 Vorratsfestmetern pro Hektar bzw. insgesamt 3,7 Mrd. Vorratsfestmetern. Damit nimmt Deutschland im Vergleich mit anderen Ländern Mitteleuropas eine Spitzenposition ein.

Waldbesitzstruktur

Das Eigentum an den 11,4 Mio. Hektar des deutschen Waldes ist breit gestreut. Die Eigentumsstrukturen haben sich historisch und in den Regionen unterschiedlich entwickelt:

·        5,5 Mio. Hektar sind Privatwald (48%)
·        3,3 Mio. Hektar sind im Eigentum der Länder (29%)
·        2,2 Mio. Hektar stehen im Eigentum von Körperschaften (19%) und
·        0,4 Mio. Hektar im Eigentum des Bundes (4%).


Quelle: Waldbericht der Bundesregierung 2017