Wald tut der Seele gut - wenn er gepflegt ist

20. März 2017

Mögen die Wälder derzeit noch trist und grau erscheinen, der Märzenbecher bringt den ersten Frühling und schmeichelt des Waldbesuchers Seele, wie hier im Erfurter Steiger. Foto: Daniela Tröger

ThüringenForst wirbt am „Internationalen Tag der Wälder“ für diesen als Ort körperlichen und seelischen Wohlergehens. Waldbesucher lieben gepflegte Wälder.

Er ist einer der jüngsten Aktionstage weltweit und wirbt mit der ältesten Vegetationsform dieses Erdballs: Der Internationale Tag der Wälder. Ende 2012 durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen ausgerufen, laden Forstleute und Waldbesitzer in ganz Deutschland zu einem Besuch der heimischen Wälder ein. Mit rund 550.000 Hektar zählt der Freistaat zu denn waldreichen Bundesländern und wird, seiner zentralen mitteldeutschen Lage geschuldet, gerne als „Grünes Herz Deutschlands“ bezeichnet. Berücksichtigt man weiter, dass es einen unverkennbaren gesellschaftlichen Trend „zurück zur Natur“ gibt, in der Waldkindergärten, Wildfleisch, Naturmedizin und Walderholung eine immer wichtigere Rolle spielen, so scheint Thüringen ein Musterbeispiel zu sein, um für die Gesundheitswirkungen des Waldes zu werben.

Wälder wirken positiv auf das Nerven-, Immun- und Herz-Kreislaufsystem

„Ein komplexes chemisch-physikalisches Wirkungsgefüge ist für die von den meisten Menschen als wohlttuend empfundene Walderholung verantwortlich“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Dazu gehören die staub- und keimarme, mit ätherischen Ölen angereicherte Waldluft genauso, wie der Anblick eines sonnendurchfluteten Buchenwaldes, der den Betrachter fesselt. Dank derartiger Walderlebnisse gelingt es vielen Menschen besser, einen gesunden Abstand von Problemen etwa am Arbeitsplatz oder den vielfältigen Alltagsquerelen zu finden.

Waldwildnis und ungepflegte Wälder machen dem Waldbesucher Angst
Befragungen haben gezeigt, dass sich Waldbesucher übersichtliche und gepflegte Wälder wünschen, die aber natürlich wirken sollen. „Wildnisartige Wälder“ machen den Waldbesuchern Angst, weil die Weite und Übersichtlichkeit fehlt und Verstecke für Gefahren vorhanden sind. Positiv werten Waldbesucher durchforstete Wälder mit viel Tageslicht, die den Eindruck von Offenheit und Freiheit vermitteln. Ebenso wünschen sich Waldbesucher ein ausgeschildertes Wegesystem und auch Sitzmöglichkeiten aus natürlichen Materialien, am besten aus Holz. Und noch eines hat die Befragung gezeigt: Es gibt Hinweise, dass sich Frauen hinsichtlich ihrer Emotionen eher durch Waldlandschaften beeinflussen lassen. Ebenso interessant sind die Ergebnisse, dass Personen mit Behinderungen, geringem Einkommen oder mit Migrationshintergrund bei einem Waldbesuch einen von jener Begrenzung befreiten Raum erfahren, die die Betroffenen in der Gesellschaft  oft tagtäglich erfahren.

Waldtherapie mit jahrhundertelanger Tradition

„Ich ging im Walde so für mich hin, und nichts zu suchen, das war mein Sinn“ dichtete kein geringerer als Johann Wolfgang von Goethe. Und brachte damit auf den Punkt, was Viele bei einem Waldbesuch aufnehmen: Gelassenheit, Ruhe und Entspannung, ohne etwas von sich zu fordern. Eine Jahrhunderte alte Tradition hat die Heilung durch den Wald in Japan und Korea. Dort verwendet man den Begriff Shinrin-Yoko, was übersetzt „Baden im Wald“ bedeutet. Besser hätte es der Dichterfürst auch nicht sagen können.

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